WAF Katalog Ansicht-100817 Seite 72 Bild 0001 previewWerner A. Friedrich 
Bildender Künstler, Chorleiter, Kunsterzieher, Musiklehrer

Zeichner mit malerischen Ambitionen, immer wieder zur Zeichnung zurückkehrend, was durch einen Tremor in der rechten Hand zunehmend beschwerlicher wird. Es reizt das Realistische wie das Phantastische. Ist man dann phantastischer Realist oder realistischer Phantast?

Am 6.11.1940 in einer Kurstadt, in Bad Salzuflen, im „Lipperland“ geboren und dort aufgewachsen. Ungute Erinnerungen an Einzelerlebnisse der Kriegszeit, positive an Freundschaften über den Besatzungsstacheldrahtzaun hinweg. Welche Kraft haben Eltern aufbringen müssen, um uns noch einen Rest unbeschwerter Kindheit zu sichern!

Mein Vater Hermann Friedrich war ein großes, autodidaktisches, impressiv naturalistisch malendes Vorbild, seine Bilder waren in allen Wohnräumen präsent. Bei der malerischen Arbeit konnte ich ihn erst nach dem Kriege als Achtjähriger bewundern, als nach langen trüben Zeiten der Wille zu malen kurzfristig wieder erwachte und Aquarellfarben endlich erhältlich waren.

Ein weiteres Vorbild war mein verehrter, universal gebildeter Kunsterzieher Waldemar Kögler am Städtischen Gymnasium in Bad Salzuflen. Er eröffnete das Bewusstsein für die Moderne. Im außerschulischen Bereich prägten mich Emil Schulz-Sorau und Alf Welski. Das Musik- und Kunst-Angebot einer Kurstadt taten das Übrige. Regelmäßige Ausstellungen in den Kuranlagen und Konzerte der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford und des großen Kurorchesters brachten mir den musisch-künstlerischen Bereich nahe.

Nach der Mittleren Reife begann ein mühevoller „zweiter“ Bildungsweg: Jungarbeiter an der Stempelhobelmaschine und Werkzeugmacher-Ausbildung in den Anker Werken in Bielefeld; Praktika in Gießerei und Modelltischlerei; Werklehrer-Studium in Düsseldorf, unter anderen bei Erwin Heerich; Studium zum graduierten musischtechnischen Fachlehrer für Kunst und Musik in Kassel; neben dem Schuldienst fünf Jahre Fortbildungsstudium an der Gesamthochschule Kassel in den Fächern Kunst und Gesellschaftslehre und noch einmal Referendariat am Studienseminar Marburg.Seit 1966 Lehrer an unterschiedlichen Schulen des Kreises, an der Haupt- und Realschule Breiter Hagen in Bad Wildungen, am Edertal-Gymnasium Frankenberg, an der Gesamtschule Edertal und am Gustav Stresemann Gymnasium in Bad Wildungen. Beauftragter zur Ausbildung von Kunsterziehern im Studienseminar des Kreises Waldeck-Frankenberg.

Seit 1966 mit Heilke Maria Friedrich verheiratet und in Bad Wildungen beheimatet. Fruchtbare Zusammenarbeit in Textiltechniken. Sohn Marcus ist Pastor in Bozen und Tochter Felicia Sängerin in Mülheim a. d. Ruhr.

Als Chorsänger aktiv im „Marburger Vocalensemble“. Unter der Leitung von Rolf Beck wurden viele Konzerte gestaltet; Konzertreisen nach Frankreich, Polen, Spanien und Südamerika.

Gründer und Leiter der Wildunger-Musik-Werkstatt(seit 1983), dabei Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten und regelmäßige Konzerttätigkeit. Die großen Chor-Festivals „Europa Cantat“ in Straßburg, Vitoria, Herning und Utrecht und das „World Choir Festival“ in Sydney prägen die Chorarbeit. Konzertreisen in die Partnerstädte Saffron Waldon und St. Jean de Maurienne sowie Chorbegegnungen mit freundschaftlich verbundenen Chören auf Fünen und in Prag rundeten die Aktivitäten des ambitionierten Chores ab. Gründer und zehn Jahre Leiter der Schüler Big Band „connections“, einer Aktivität in Kooperation der beiden Verbundschulen GSE und GSG.

Die Fortbildung in der Malerei erfolgte bei Bernhard Vogel in Salzburg, mit Erwin Kastner in Venedig, bei Jürgen Meister in der Firma Lukas und im Atelier Eglau in Kampen auf Sylt.