Der Kreuzweg

Der Kreuzweg entstand, Bezug nehmend auf den 600 Jahre alten Altar des Conrad von Soest, auf Anregung des damaligen Kurseelsorgers Helmut Wöllenstein, heute Dekan in Marburg. Im Frühjahr 2004 für die Stadtkirche Bad Wildungen fertig gestellt, wurden die sieben Tafeln und vier Osterbretter bereits in zahlreichen Kirchen gezeigt.

Flügelaltar von Conrad von Soest (Quelle: Wikipedia)

Wildunger Altar des Conrad von Soest (Quelle: Conrad von Soest [Public domain], via Wikimedia Commons)

Mit seinen Passionsbildern knüpft Friedrich an die alte Tradition des Kreuzwegs an. Im Nach-Gehen der Stationen des Leidensweges Christi können wir uns seiner Bedeutung für unser Leben nähern - mit allen Sinnen. „Ich kann keine gelackte Leinwand nehmen", notiert der Künstler am Anfang des Gestaltungsprozesses. Auf der Suche nach einem geeigneten Malgrund findet Friedrich in seinem Schuppen eine alte Schaltafel. Bretter aus einem Baugerüst, rissig und rau, mit Spuren von Mörtel, Nägeln und Schrauben. Sie werden zur Brücke zwischen der Passion Christi und dem Leiden der Menschen unserer Zeit, zwischen dem prall gefüllten Altarbild des Conrad von Soest (Stadtkirche Bad Wildungen) und den Brüchen und Rissen in unserem Leben.

Der Künstler löst sich von der Darstellung der traditionellen Via Dolorosa. Jede der Tafeln wird von einem Kreuz aus rohem Holz dominiert. Freiraum für die Passion des Betrachters, umgeben von Symbolen und Skizzen, Zitaten aus dem Soest-Altar und Bruchstücken heutiger Leid-Erfahrungen von Mensch und Kreatur.

Zwischen Himmel und Erde streckt sich das Kreuz. Auf jeder Tafel sind Hoffnungszeichen zu entdecken. Auf den Osterbrettern, die vom Ostersonntag an gezeigt werden, wird die Hoffnungsperspektive vertieft.

Felicia singt!

Die zu den Bildern erklingenden musikalischen Versatzstücke entstammen der CD-Produktion "Felicia singt Psalmen!" meiner Tochter, der Sängerin und Gesangspädagogin Felicia Friedrich aus Mülheim an der Ruhr (www.felicia-singt.de).